Bildschirmzeit beeinflusst Schulleistung und Wohlergehen

In einer großen Auswertung von 23 Meta-Analysen hat das kanadische Team um Dr. Elizabeth Al-Jbouri von der University of Calgary (Al-Jbouri E et al. JAMA Pediatr. 2026; https://doi.org/10.1001/jamapediatrics.2026.4339) den Einfluß der Bildschirmzeit auf die Entwicklung und Schulleistung von Kindern und Jugendlichen untersucht. Die Analysen enthielten Einzelstudien mit über 2 Millionen Kindern und Jugendlichen aus 64 Ländern. 

Die wichtigsten Ergebnisse waren: 

1.) Die allgemeine Schulleistung verschlechterte sich mit der Dauer der Bildschirmzeit, der Effekt beim Fernsehen war dabei geringer. 

2.) Für Naturwissenschaften, Mathematik und Lesen gab es keinen (!) Zusammenhang

3.) Hohe Bildschirmzeiten gingen mit einer schlechteren Sprachentwicklung einher.

4.) Höhere Bildschirmzeiten gingen mit vermehrten emotionalen Problemen und Problemen mit Gleichaltrigen einher. 

5.) Internalisierte Probleme (Depression, Angst, Selbstverletzung und Suizidalität) hingen mit langer Bildschirmzeit einer – über alle Geräte hinweg (auch Spiele-Konsolen und Fernsehen).

6.) Externalisierte Probleme (Aggression, ADHS) traten bei erhöhter Bildschirmzeit ebenfalls häufiger auf. 

Prinzipiell könnten natürlich auch Kinder und Jugendliche mit emotionalen und kognitiven Problemen vermehrt soziale Medien/Gaming/Ablenkung durch Bildschirmzeit nutzen. Die Forschergruppe um Al-Jbouri hält den Einfluß der Bildschirmzeit auf das Wohlergehen der Kinder dennoch für potentiell relevant. 

Da mittlerweile in vielen Schulen spätestens ab der Mittelstufe hauptsächlich mit Tablets gearbeitet wird, hätte mich interessiert, inwiefern diese Zeiten auch in die Untersuchung eingeflossen sind und wie diese Entwicklung bewertet wird. Dazu habe ich nichts gefunden.